(vbe) Die Freude war überwältigend und die Stimmung entsprechend aufgeteilt. Mit zweimal Gold, dreimal Silber und viermal Bronze präsentierte sich die Bremer Vertretung bei der im Juli in Bochum ausgetragenen Deutschen Ü30-Meisterschaften im Einzel wie auch beim Team-Mixed-Wettbewerb in Bestform.
Dort markierte zunächst Marcus Utzat (JC Asahi) in der M6 bis 100 Kilogramm nach vier blitzsauberen Siegen seinen Stempel mit dem Deutschen Meistertitel. In der gleichen Altersgruppe konnte Manfred Schwarzer (Enjoy Judo) in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm nach einem Freilos zwei Siege einfahren, die zum Einzug ins Finale reichten. Doch fehlte hier für den Bremer das Quäntchen Glück; dennoch war die Silbermedaille ein großer Erfolg. Ebenso zog Andreas Pajer (Enjoy Judo) in der M6 bis 66 Kilogramm nach zwei Siegen ins Finale ein und traf dort wieder einmal auf den siebenmaligen Deutschen Meister Eyke Ehrenberg aus Braunschweig. Zum Ende des Matches gab es keine Wertungen; somit wurde der Vergleich per sogenanntem „Hantei“ (Kampfrichterentscheid) gegen Pajer ausgesprochen, der sich trotzdem über die Silbermedaille freuen konnte.
Und weiter ging es: Eine erneute Silbermedaille erkämpfte sich Artur Vartanjan (JC Asahi), der trotz einer gerade genesenen Kreuzband-Operation in der M2 bis 100 Kilogramm nach zwei Siegen und der Final-Niederlage ordentlich Flagge zeigte. Nach zwanzig Jahren Mattenpause und einem halben Jahr der Vorbereitung konnte Michael Domigalle (Tura Bremen) in der M2 bis 73 Kilogramm trotz leichtem Handicap das „kleine“ Finale um Bronze für sich entscheiden, wie auch Lennard Steinhauer (ATSV Habenhausen) in der M1 bis 73 Kilogramm. In gleicher Gesellschaft mit Bronze, ordnete sich schließlich Niko Oana (JC Asahi) in der M5 bis 81 Kilogramm ein. Und zu guter Letzt war Yannick Ntyame (JC Asahi) nach zwei schönen Siegen bei gleicher Anzahl Niederlagen in der M5 bis 100 Kilogramm mit seinem fünften Platz doch recht zufrieden. Nicht zufrieden war Sven Röper (Enjoy Judo), der in der M1 bis 90 Kilogramm bei seinem ersten Einsatz bei Deutschen Meisterschaften nur schnuppern konnte und vorzeitig ausschied.
Bei den Frauen in der F1 startete mit Viktoria Grenze (JC Asahi) in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm eine Athletin, die nach über zehn Jahren Mattenpause wieder einmal antrat und mit hohem Tempo und guten Ansätzen drei aufeinanderfolgende Ippon-Siege bis zum Finalsieg hinlegte und dem damit verbundenen Titel einer neuen Deutschen Meisterin.

Im Team-Mixed-Wettbewerb zeigte sich abermals das gute Miteinander unter allen Bremer Wettkämpfenden, das auch auf das Wirken der beiden Coaches Marcus Utzat und Andreas Pajer zurückzuführen ist. Mit Lennard Steinhauer, Sven Röper, Yannick Ntyame, Viktoria Grenze und Sara Finke (TSV Bassum) startete ein absolut homogenes Team, wobei Sara Finke nach ihrem Bundesligakampf extra aus Berlin nach Bochum gekommen ist, um das Bremer Team zu verstärken. Im ersten Durchgang verloren die Bremer knapp mit 2:3 gegen Berlin; für die beiden Ehrenpunkte sorgten dabei Lennard Steinhauer und Yannick Ntyame. Das Folgeduell gegen das Team aus Nordrhein-Westfalen III konnten die Bremer mit einem starken 3:2-Sieg feiern. Die Punkte für die Bremer erkämpften Sara Finke, Viktoria Grenze und Yannick Ntyame. Damit war der Einzug ins „kleine“ Finale gegen das Team Nordrhein-Westfalen II geebnet. Folglich mobilisierte das Bremer Team alle Kräfte und sorgte für ein besonderen Spirit, was sich auszahlte. Lennard Steinhauer und Viktoria Grenze kämpften überragend und sorgten für die ersten beiden Punkte. Bei Sven Röper platzte der vorangegangene Knoten und siegte durch einen Wurf mit anschließendem Haltegriff – 3:0. Auch Sara Finke sorgte mit ihrem Versprechen auf einen Sieg für den vierten Punkt. Da fiel die Niederlage von Yannick Ntyame nicht mehr ins Gewicht und mit dem schließlich hochverdienten 4:1-Sieg hängten sich die Bremer eine weitere Bronze-Medaille um den Hals.
